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Die Chronik.
Wissenswertes aus der Geschichte unserer Sterbekasse


Wenn wir heute auf die Gründerzeit der allgemeinen Sterbekasse zurückblicken, schauen wir auf eine sehr arme und noch nicht sozial orientierte Zeit zurück. Es gab weder Krankenkassen noch andere Einrichtungen, die finanzielle Hilfe im Todesfall leisteten, so wie wir sie heute kennen.

Die "Allgemeine Sterbekasse Herzogenaurach und Umgebung" entstand damals neben der "Allgemeinen Krankenpflege" als eine der ersten sozialen Einrichtungen in der Form einer Solidarkasse in Herzogenaurach. Bei einem Todesfall mussten Freunde und Bekannte zusammenlegen, um die anfallenden Kosten decken zu können. Es war vielleicht eine ruhigere und gemütlichere, aber auch eine schwere, von Armut gezeichnete Zeit.

So kam es, dass sich in den Jahren 1894 bis 1896 Frauen und Männer zusammenfanden. Sie zerbrachen sich bei jeder Gelegenheit, bei der sie sich trafen, den Kopf, so natürlich auch am Wirtshaustisch, wie man eine Möglichkeit der Unterstützung durch viele schaffen kann, um im Todesfall eine finanzielle Hilfe zu erhalten.
Der rührige königlich-bayerische Postbote Josef Maria Peetz legte den Grundstein zu dieser in der damaligen Zeit einmaligen Idee. Unermütlich wurden Besprechungen geführt und von Mund zu Mund für die gute Sache geworben. Statuten mussten erarbeitet werden, um das Vorhaben auf festen Grund zu stellen.

1896engelgasse_10 mit TextNach der Gründung im Jahre 1894 wurde unser Verein erst einmal zwei Jahre kommissarisch geführt, bis die entsprechenden Genehmigungen des königlichen Magistrats in Höchstadt für die Gründung eines Vereins auf gegenseitige Hilfe erteilt wurden.

Wie im Protokollbuch zu lesen ist, war es damals für die Verantwortlichen nicht leicht, die Vereinsgründung genehmigt zu bekommen.
Am 31.1.1896 war es dann soweit. In der Bierwirtschaft Heubeck wurde die erste Generalversammlung abgehalten, zu der sich 61 Interessenten trafen. Nach Verlesung der erarbeiteten Statuten wurde die Wahl der Verwaltung durchgeführt.
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Per Akklamation wurde Josef Maria Peetz (Bild) zum ersten Vorsitzenden, Josef Peetz jun. zum zweiten Vorsitzenden und Konrad Krämer zum Kassier gewählt.
 
Als Ausschussmitglieder wurden berufen: Albert Lohmaier, Konrad Maier, Felix Maier, Johann Schühlein, Werner Adler und Johann Gg. Schmuck. Als Vereinsname wurde Allgemeine Sterbekasse Herzogenaurach und Umgebung bestimmt.

Mitglied zahlte einen Gründungsbeitrag von 50 Pfennigen. Drei Mitglieder zahlten zusätzlich 1,50 Mark ohne besondere Rechte. Ausserdem wurden 5 verschiedene Versicherungsklassen eingeführt, je nach Einlage.

In einer der nächsten Sitzungen wurde bekannt gegeben, dass die Vereinsstatuten durch den königlichen Kreismagistrat von Oberfranken geändert wurden. Diese Änderung wurde von der Generalversammlung gebilligt. Im Protokoll von damals ist allerdings nicht ersichtlich, um welche Änderung es sich dabei handelte.

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